Kurzinfos

 

Verkehrsrecht

Ist bei einem Massenunfall der Unfallablauf nicht mehr rekonstruierbar, wird von einer Gesamtschuld aller ausgegangen. Bei einer Beteiligung von mehr als 50 Fahrzeugen regulieren - speziell benannte - Versicherer nach einem vereinfachten Verfahren: Der Heckschaden wird vom auffahrenden Haftpflichtversicherer bezahlt, der Frontschaden bleibt Eigenschaden bzw. wird vom Koskoversicherer erstattet. Nur wer eindeutig beweisen kann, dass er vom Hinter- auf den Vordermann aufgeschoben wurde, erhält vollen Schadensersatz.

Verkehrsrecht

Schmerzensgeld bei einem HWS-Schleudertrauma: Die Ursächlichkeit zwischen Unfall und einer Verletzung der Halswirbelsäule steht fest, wenn ein Arzt am Unfalltag ein Attest mit der Diagnose "HWS-Distorsion" ausstellt, verschreibungspflichtige Medikamente und eine Schanz´sche Krawatte (Halskrause) verordnet. Dieses unmittelbar nach dem Unfall erstellte Attest kann auch nicht durch ein späteres biomechanisches Gutachten erschüttert werden, das wegen der errechneten Geschwindigkeitsänderung von 7 bis 7,8 km/h beim Aufprall eine Verletzung der HWS ausschließt (OLG Bamberg, DAR 3/01, 121).

Anm.: Die tatsächlichen Feststellungen des Arztes unmittelbar nach dem Unfall haben hiernach Vorrang vor den theoretischen Berechnungen eines späteren biomechanischen Gutachtens!